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Die
Meinung eines Aktiven ... |
Ich segel seit 1981 Motte und bin schon seit ca. 1977 von der Klasse fixiert, damals war ich noch etwas zu jung für das Boot, Jahre, die mir immer fehlen werden, schnüff! Das boot, das ich damals fuhr (Racy), hat mit dem Boot, das ich heute habe (Mistress 3), ungefähr so viel zu tun, wie mein erstes Auto (FIAT 900E) mit meinem Wagen heute.
Welcher One-Design-Segler kann Ähnliches von seinem Boot behaupten?
Ich darf an dem boot frei denken, in allen anderen Klassen muss ich immer die Klassenregeln bei der Hand haben und schauen, ob ich mich durch eine Paragraphen durchmogeln kann. Was soll diese fortwährende Schere im Kopf?
Ich kann eine Idee haben, sie umsetzen, sie ausprobieren und sie an anderen, die auch Ideen haben, messen. Dann kann ich sie verwerfen, oder weiter entwickeln. Es ist unglaublich befriedigend, seine eigenen Ideen derart umsetzen zu können. Dazu noch in so angenehmem Klima und so freundlicher Atmosphäre und so überschaubarem finanziellen Aufwand.
Ich kann mir keine freundlichere und angenehmere Klasse vorstellen als die Motten. Meine besten Freunde habe ich hier gefunden, ich nenne jetzt keine Namen...
Ich treffe nirgendwo sonst so viele auf einem Haufen, die mindestens genauso verrückt sind, wie ich. Im Zoo war ich länger nicht...
Keine Klasse, in der die Segler auch nur annähernd so viel Enthusiasmus für ihr BOOT aufbringen und nicht nur für das Siegen.
Keine, die so schnell beschleunigt, so wendig ist, so sensibel auf die kleinste Bewegung reagiert, und so unmittelbar alles, was ich mache zurückmeldet. Selbst Sufen soll dagegen träge sein, sagte man.(Ich hab nie gesurft) Ich lerne hier mehr ü+bers Segeln und bekomme ein feineres gespür für Wind und Welle, als in jeder anderen Klasse.
Nirgends sonst kann ich mich so schnell und effizient erholen, wie hier. Sollten meine Gedanken doch einmal aus dem Boot wandern zur Arbeit oder zu irgendwelchen Problemen, bezahle ich das sofort mit einem Bad im See. Absolute Fokussierung auf die Gegenwart und intensive sportliche Betätigung gleichzeitig, wo bekommt man das sonst selbst für Geld und gute Worte geboten? Die effizienteste Form der Erholung,die ich mir vorstellen kann, optimal für Manager mit knappen Zeitbudget.
Das Boot ist klein, leicht und flexibel, ich kann es überall mit hinnehmen, selbst relativ günstig im Flugzeug. (Mach das mal mit nem 49er...) Kann es allein ohne Mühe aufs Autodach laden und auch ins Wasser tragen.
Ich kann es so bauen, dass das Material auch hält und zwar länger als eine Saison, weil mich keine unsinnigen Klassenregeln davon abhalten (kein Sandwich-Material im 420er, keine Mylarsegel in x Klassen, keine durchgelatteten Segel in noch mehr Klassen, es ist doch zum Speien, oder? Wer will da behaupten, One-Designs seien günstiger? In der Anschaffung vielleicht, im Unterhalt dann sicher nicht mehr, wenn ich jedes Jahr zwei neue Stell Segel brauche und jedes 2. Jahr ein neues Boot.)
Mit dem Gefühl des Fliegens ist überhaupt nichts anderes auch nur im Ansatz vergleichbar, das ist ohne Übertreibung und buchstäblich eine neue Dimension im Segeln, nämlich die dritte. :-)
Gruß
Burkh